Wochenendseminar
Kritische Wirtschaftswissenschaften im Unterricht

Zeit: Freitag, 25. Juni 2010, 16 bis 20 Uhr;
Samstag, 26. Juni 2010, 10 bis 18 Uhr;
Sonntag, 27. Juni 2010, 10 bis 15 Uhr
Ort: Universität Köln. Raum wird noch bekannt gegeben.
Referentinnen: Magdalena Kissling und Till Kühnhausen

In Zusammenarbeit mit dem "school is open"-Projekt an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln.

Ankündigungstext

Zwar wird „Wirtschaft“ an Schulen selten als eigenständiges Fach angeboten, ökonomische Themen gehören aber in vielen Fächern zum Lehrplan. In ihrem Studium setzen sich allerdings viele (angehende) Lehrerinnen und Lehrer nur wenig mit ökonomischen Themen sowie wirtschaftswissenschaftlichen Annahmen und Methoden auseinander. In der Folge greifen immer mehr Lehrkräfte auf die professionell gestalteten und an die Lehrpläne angepassten Unterrichtsmaterialien neoliberaler Interessengruppen wie der Bertelsmann-Stiftung oder der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zurück. Die in Arbeitsblättern mit Titeln wie „Flexible Arbeitszeiten – flexible Löhne“ oder „Schlanker Staat II – Privatisierung“ aufbereiteten Inhalte stehen allerdings meist im Dienste der herrschenden ökonomischen Lehre.
Ein Ziel der VertreterInnen dieser herrschenden Lehre ist es, sämtliche Lebensbereiche durch ökonomisches Gedankengut zu prägen – der Versuch der Einflussnahme schon an Schulen vermag also kaum zu erstaunen. Nicht nur KritikerInnen sprechen in diesem Zusammenhang von einem „ökonomischen Imperialismus“. Gemeint ist damit der Versuch, wirtschaftswissenschaftliche Methoden und Annahmen auf alle Bereiche sozialer und gesellschaftlicher Interaktion anzuwenden. So wird der so genannte homo oeconomicus, der stets rationale und seinen eigenen Nutzen maximierende Mensch, zum grundlegenden Menschenbild der herrschenden Sozialwissenschaften.
In unserem Seminar werden wir uns daher zunächst dem so genannten ökonomischen Ansatz zuwenden: Was macht ökonomisches Denken aus? Und was genau verbirgt sich hinter der Idee des „homo oeconomicus“? In einem zweiten Schritt werden wir dann der Umsetzung dieser Ideen im Schulunterricht betrachten und uns dabei auch sehr konkret mit Lehrplänen, Schulbüchern und anderen Unterrichtsmaterialien auseinandersetzen. Auf dieser Basis wollen wir dann gemeinsam erarbeiten, wie ökonomische Themen in der Schule auch aus einer anderen Perspektive behandelt werden könnten.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Anmeldung

Eine Anmeldung zum Seminar ist ab sofort auch per Mail unter wiwi@mo-ment.info möglich.

Module

Der Workshop ist in folgenden Modulen im Rahmen des Studiums an der Uni Köln anrechenbar. Eine Teilnahme ist selbstverständlich aber auch möglich und erwünscht, falls kein Schein erworben werden soll

Lehramt GHR/Sopäd, Fach Sowi, Modul V.1
Lehramt GHR/Sopäd, Lernbereich Gesellschaftswissenschaften, Modul V.1
Bachelor EZW, Aufbaumodul 6
Studium Integrale