Wochenendseminar Demokratie

Zeit: Freitag, 19. bis Sonntag, 21. Juni 2009
Ort: Evangelische Studierendengemeinde, Köln
Referentinnen: Maryam Mohseni, Magdalena Kißling, Dietmar Ilsen und Till Kühnhausen
In Zusammenarbeit mit der Fachschaft Regionalwissenschaften / Regionalstudien Lateinamerika

Dokumentation

Eine ausführliche Dokumentation des Seminars inklusive der verwendeten Materialien und Literatur findet ihr hier. [pdf, 687kb]

Ankündigungstext

"Nun sag, wie hast du’s mit der Demokratie?"

Diese Gretchenfrage wird selten gestellt. Demokratie scheint eine selbstverständliche, nicht hinterfragbare Voraussetzung zu sein, sei es in der Politik, im Alltag oder in der Wissenschaft. Es besteht ein allgemeiner gesellschaftlicher Konsens darüber, dass wir in einer Demokratie leben und dass Demokratie gut ist. Aber was genau damit gemeint ist, wird selten klar.

Was bedeutet Demokratie? Ist Demokratie an sich gut? In welcher Form der Demokratie leben wir? Gibt es Alternativen?

Demokratie wird von uns vor allem als politisch umkämpftes Konzept begriffen. Sie bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen radikaler Idee von Gleichheit und Selbstbestimmung (des Volkes) und institutionalisierten Machtstrukturen in der gesellschaftlichen Realität.
Von diesem Verständnis her kommend wollen wir im Rahmen dieses Seminars den diffusen Begriff von Demokratie gemeinsam mit Inhalt füllen. Hierfür wollen wir zunächst die Idee „Demokratie“ seit Beginn der Neuzeit auf die ihr zu Grunde liegenden Werte und Vorstellungen hinterfragen. Aus diesen Überlegungen haben in der Geschichte verschiedene DenkerInnen unterschiedliche Konzepte von Demokratie entwickelt. Mit diesen Konzepten und ihren Begründungen wollen wir uns auseinandersetzen. Sie sollen Ausgangspunkt sein für eine Würdigung der historischen Errungenschaften, aber auch einer Kritik der real-existierenden Demokratie.
Dabei wollen wir mit Euch nicht ausschließlich den Ideen und Idealen von großen politischen DenkerInnen folgen, sondern auch von eigenen Erfahrungen und Werturteilen ausgehend ein "Denken ohne Geländer" (Hannah Arendt) wagen. So wollen wir beispielsweise Forderungen wie eine "Demokratisierung aller Lebensbereiche" auf unterschiedliche (auch) alltägliche Situationen anwenden, im Konkreten hinterfragen und ihre Machbarkeit sowie Wünschbarkeit bewerten.

Insgesamt geht es uns darum, einen Raum zu schaffen für eine gemeinsame, kritische Diskussion politischer Realität und des gesellschaftlichen Diskurses um diese.